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Teeanbau Tee-Ernte Sri Lanka Teequalität vor Ort - Hintergrund

Reisebericht Sri Lanka

Zwischen den Teefeldern von Nuwara Eliya: Eine Reise zum Ursprung des Ceylon Tees 

Ein Brief von Andreas Giest, Geschäftsführer der Berliner Kaffeerösterei 

Manche Orte verändern, wie du auf eine ganze Pflanze blickst. Nuwara Eliya in Sri Lanka ist so ein Ort, und der Ceylon Tee, der hier wächst, schmeckte nach meiner Reise im April 2024 plötzlich anders. Heute nehme ich Sie mit in die Höhen des zentralen Hochlands, dorthin, wo der vielleicht eleganteste Tee der Welt entsteht. Ich erinnere mich an den Moment, als ich aus dem Wagen stieg und mich der Nebel sofort umschloss. Die Luft roch nach Erde und nassem Laub. Vor mir die endlosen, geometrisch angelegten Reihen der Teesträucher. Erst da begriff ich, wie groß diese Welt wirklich ist.

Das Hochland, das den Tee formt 

Nuwara Eliya liegt im zentralen Hochland Sri Lankas auf fast 2000 Metern Höhe. Die Briten nannten den Ort einst Little England, und tatsächlich umfängt Sie hier eine ganz eigene Atmosphäre. Kühle, feuchte Luft. Ein ewiger Nebel, der zwischen den Hängen wandert. Ein Licht, das selbst um die Mittagszeit gedämpft bleibt. Genau diese klimatischen Bedingungen formen den Charakter des Ceylon Tees. Die Höhe verlangsamt das Wachstum der Pflanzen, die Kühle konzentriert die Aromen, und der Nebel schützt die jungen Blätter vor zu viel direkter Sonne. Wenn man zwischen den Reihen der Teesträucher steht, versteht man körperlich, was Terroir bedeutet. Es ist derselbe Gedanke, den wir in der Berliner Kaffeerösterei jeden Tag mit Kaffee leben. Herkunft schmeckt man.

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Ein Morgen, den ich nicht vergesse 

Ich stellte mich auf eine ruhige Plantagenführung ein. Stattdessen stand ich im Morgengrauen zwischen den Pflückerinnen und sah zu, was Handarbeit im wahrsten Sinne bedeutet. Eine erfahrene Pflückerin zeigte mir ihre Bewegung. Blitzschnell, präzise, fast meditativ. Nur die obersten zwei Blätter und die zarte Knospe, im Fachjargon "two leaves and a bud", wandern in den Korb auf ihrem Rücken. Alles andere bleibt stehen. Ich versuchte es selbst. Nach wenigen Minuten war klar, dass ihre Arbeit eine Kunst ist, die Jahre der Übung verlangt. In diesem Moment verstand ich, warum dieser Tee einen Ruf genießt, den kaum ein anderer erreicht.

Was Nuwara Eliya so besonders macht 

Hochlandtee aus dieser Region ist hell in der Tasse, fein im Aroma und leicht blumig im Abgang. Während Tees aus tieferen Lagen kräftiger und malziger schmecken, bringt das Hochland eine fast florale Eleganz hervor. Manche Verkoster beschreiben Noten von Zypressen, Eukalyptus oder frisch gemähtem Gras. Es ist ein Tee, der die Insel schmeckt. Er zeigt, wie sehr Höhe, Klima und Handwerk zusammenwirken, bis aus einer simplen Pflanze etwas wird, das Sie in Ihrer Tasse wirklich erkennen. 

So gelingt dir die perfekte Tasse

Für Ceylon Tee gilt eine goldene Regel, die ich Ihnen gerne mitgebe. Warming the Pot nennt sich der erste Schritt. Spülen Sie Ihre Teekanne zuerst mit heißem Wasser aus, damit die Aufgusstemperatur satabil bleibt und der Tee sich vollständig entfaltet. Anschließend gießen Sie ihn mit frisch kochendem Wasser auf und lassen ihn drei bis vier Minuten ziehen. In Sri Lanka selbst trinken viele ihren Tee pur oder mit einer Scheibe Zitrone. Kein Zucker, keine Milch, nichts, was den Charakter überlagert. Ein kleiner, aber entscheidender Hinweis zum Schluss. Verwenden Sie frisches, gefiltertes Wasser. Es macht den Aufguss heller, klarer und aromatischer. Bei Tee gilt, was beim Kaffee gilt. Das Wasser ist die halbe Tasse.

Ceylon Tee im Shop entdecken

Wenn Sie tiefer in die Welt des Ceylon Tees eintauchen wollen, finden Sie in unserem Shop eine kuratierte Auswahl. Von den verschiedenen Anbauhöhen bis zu den charaktervollen Sorten aus Nuwara Eliya, Uva und Dimbula. Ich hoffe, dieser Einblick weckt in Ihnen dieselbe Neugier, die mich bis heute begleitet, wenn ich eine Tasse Ceylon aufgieße. 

Herzlich aus Berlin, Andreas Giest 

Geschäftsführer der Berliner Kaffeerösterei.

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